Conversational Framework

Das Conversational Framework von Diana Laurillard bietet eine detaillierte Darstellung des Lernprozesses und betont die Rolle von Interaktionen und Feedbackschleifen. Es ist ein komplexes Modell, das den Lernprozess aus der Perspektive des Lernenden darstellt. Es beginnt mit dem Lernenden im Zentrum und zeigt, wie Lernen eine Aktivität ist, die sowohl Konzepte als auch Praktiken entwickelt.

Lernaktivitäten

Das Modell identifiziert sechs Arten von Lernaktivitäten:

  1. Lernen durch Wissensübernahme: Dies ist eine passive Form des Lernens, bei der der Lernende Informationen von einem Lehrer, einem Video, einer Demonstration oder einem Buch erhält. Es erfordert keine aktive Beteiligung des Lernenden.
  2. Fragendes Lernen: Dies ist eine aktive Form des Lernens, bei der der Lernende Informationen sucht. Es erfordert, dass der Lernende eine Frage stellt und die erhaltenen Informationen bewertet.
  3. Lernen durch Diskussion: Dies beinhaltet den Austausch von Fragen und Antworten zwischen Lernenden. Es bietet Möglichkeiten zur Entwicklung von Konzepten durch Zuhören, Antworten, Artikulieren und Argumentieren.
  4. Lernen durch Anwenden: Hier führt der Lernende eine Aufgabe aus und erhält Feedback, das zur Verbesserung der Aufgabe genutzt wird. Es erfordert, dass der Lernende ein Konzept anwendet und das Feedback zur Verbesserung dieses Konzepts nutzt.
  5. Lernen durch Zusammenarbeit: Dies beinhaltet die Zusammenarbeit von Lernenden an einem gemeinsamen Projekt. Es erfordert, dass die Lernenden ihre Ideen in der Praxis aushandeln, bis sie zu einer Einigung kommen.
  6. Lernen durch Produktion: Hier erstellt der Lernende etwas zur Bewertung durch den Lehrer oder Klassenmitgliedern. Es erfordert, dass der Lernende eine Präsentation von dem erstellt, was er gelernt hat.
Verknüpfungen und Feedbackschleifen

Das Modell unterscheidet zwischen zwei Verknüpfungen: Generierung (Generate) und Modulation (Modulate).

  1. Generierung: Auf dieser Ebene generiert der Lernende eine Aktion basierend auf einem Konzept, das er entwickelt hat. Diese Aktion wird dann durch Feedback modifiziert, was zu einer verbesserten Aktion führt.
  2. Modulation: Auf dieser Ebene moduliert der Lernende seine Aktion basierend auf dem Feedback, das er erhält. Dies führt zu einer Verbesserung des ursprünglichen Konzepts und damit zu einer verbesserten Aktion.

Feedbackschleifen spielen eine zentrale Rolle im Conversational Framework. Sie ermöglichen es dem Lernenden, seine Aktionen und Konzepte ständig zu verbessern und zu verfeinern. Jede Lernaktivität im Modell erzeugt eine Aktion und ein Feedback auf diese Aktion. Das Feedback wird dann verwendet, um das ursprüngliche Konzept zu modifizieren und eine verbesserte Aktion zu erzeugen. Diese Feedbackschleifen treten sowohl innerhalb einzelner Lernaktivitäten als auch zwischen verschiedenen Lernaktivitäten auf.

Erweiterte Perspektive

Die Verknüpfungsebenen und Feedbackschleifen im Conversational Framework sind nicht nur auf den Lernprozess beschränkt, sondern können auch auf andere Bereiche angewendet werden. Sie können beispielsweise dazu verwendet werden, um zu verstehen, wie Menschen in einer Arbeitsumgebung lernen und sich verbessern, oder um zu analysieren, wie Menschen in einer sozialen Gruppe interagieren und voneinander lernen.

Darüber hinaus kann das Modell dazu beitragen, die Effektivität verschiedener Lehrmethoden zu bewerten. Indem man beobachtet, wie gut die Schüler die Konzepte verstehen und anwenden können, die sie durch verschiedene Lernaktivitäten erworben haben, kann man Rückschlüsse auf die Wirksamkeit dieser Aktivitäten ziehen.