Niedersächsische Schulen gewinnen KI-Preise

Überragend! Die Ernst-Reuter-Schule Pattensen und die Friedensschule Osnabrück haben in der Kategorie KI-Teilkonzept den bundesweiten KI-Schulpreis gewonnen. Die Gewinnerschulen des KI-Schulpreises 2025 wurden am 16. Januar 2026 im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung auf dem Bildungscampus Heilbronn bekanntgegeben. 

Mit dem KI Schulpreis 2025 wurde der praxisorientierte Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Schulalltag ausgezeichnet. Dabei wurden Schulen prämiert, die mit Künstlicher Intelligenz mutig neue Konzepte ausprobieren, um Bildungsgerechtigkeit, Schulentwicklung und die Entlastung von Lehrkräften und Mitarbeitenden voranzutreiben. 

Eingegangen waren im vergangenen Jahr insgesamt 190 Bewerbungen. Die meisten davon aus Niedersachsen. Fünf Schulen aus Niedersachsen hatten es in die Shortlist geschafft. Kultusministerin Julia Willie Hamburg gratulierte den Gewinnerschulen mit einem Videogrußwort auf der Preisverleihung. Die Ministerin lobte beide Schulen, dass ihr „[…] Engagement […] wegweisend [sei]. Ob das Projekt demoKI gegen Fake News an der Friedensschule Osnabrück oder das neue Fach Cyberethik – beide Schulen zeigen eindrucksvoll, wie aus Freiräumen und Erfindungsgeist wegweisende Projekte entstehen können und wie KI genutzt werden kann, um Demokratiebildung zu stärken.“

Die Friedensschule Osnabrück gewann in der Kategorie KI-Teilkonzept den ersten Platz und wurde mit dem Projekt „demoKI“ ausgezeichnet, mit dem die Schule Künstliche Intelligenz und Demokratiebildung miteinander verbindet. Dabei entwickeln Schülerinnen und Schüler eigene Chatbots, setzen sich mit ethischen Fragestellungen auseinander und stellen ihre Ergebnisse als Open Educational Resources zur Verfügung.

Die Ernst-Reuter-Schule Pattensen erhielt in der Kategorie KI-Teilkonzept den dritten Platz für ihr Unterrichtsformat „Cyberethik“. Dabei werden technologische, gesellschaftliche und moralische Fragen rund um Künstliche Intelligenz zusammengeführt und es Schülerinnen und Schülern ermöglicht, Chancen und Risiken von KI zu bewerten und sie als Bildungs- und Reflexionsaufgabe zu begreifen. 

Eine Übersicht über alle Gewinnerschulen 2025 findet sich auf der KI-Schulpreis-Seite.

KI und Verhaltensmodifikation – IMPULSREIHE MEDIENETHIK

Zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz in schulischen Bildungsprozessen müssen Schülerinnen und Schüler befähigt werden, „die neusten digitalen Entwicklungen kritisch-reflektiert anwenden zu können [und] die Güte der Ergebnisse von KI und deren Wirkung auch aus ethischer Perspektive einschätzen zu können.“ (Vgl. KMK 2024).

Akteure aus dem Bildungsbereich benötigen in dem schnelllebigen Entwicklungsbereich sowohl Impulse und Austauschformate zu aktuellen Themenschwerpunkten als auch Angebote, um dahinterstehendes Konzeptwissen zu erlangen und die Bildung der kritischen Reflexionsfähigkeit bei Schülerinnen und Schülern zu unterstützen. Deshalb werden ergänzend zum Forum Medienethik Online-Veranstaltungen für eine breite Zielgruppe angeboten. Die Inhalte der Impulsreihe Medienethik werden in einem zweiten Schritt veröffentlicht, so dass sie modular erweitert und in Fortbildungen produktiv genutzt werden können.

Die Impulsreihe Medienethik steht im Anschluss an die jeweilige Veranstaltung als Selbstlernkus (Moodle) zur Verfügung. Sie wird im Open E-Learning-Center Niedersachsen (OpenELEC), der offenen Plattform des NLQ für Selbstlernkurse, die keine personelle Begleitung und auch kein persönliches Login der Teilnehmenden erfordern, angeboten.

Veranstaltet wird die Fortbildungsreihe von der Medienethik im Fachbereich Medienbildung des Niedersächsischen Landesinstituts für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ).

Teil 1 von 4

KI im Unterricht – Helferin oder Störerin?
am 04.02.2026, 16:00 – 18:00,
mit Maik Riecken, Lehrer und Medienpädagogischer Berater, NLQ Medienberatung

Pessimistische Stimmen sehen gängige Unterrichtskonzepte durch KI bedroht. Optimistische experimentieren neugierig mit den neuen Möglichkeiten. Was könnte ein sinnvoller Weg sein?

Anmeldung über die NLC


 
Die weiteren Veranstaltungen im Überblick:

Teil 2: KI und Verhaltensmodifikation
11.03.2026, 16:00 – 18:00
mit Hauke Tongers, Lehrer und Medienpädagogischer Berater, NLQ Medienberatung und Mike Grauer, Servicestelle E-Learning, NLQ

Personalisierte Werbung, algorithmische Empfehlungen und Filterblasen – all das beeinflusst längst unser Denken und Handeln. Doch was passiert, wenn unser Verhalten nicht nur beobachtet, sondern gezielt gesteuert wird?
Wir beleuchten, wie Unternehmen gesammelte Daten und KI-gestützte Vorhersagen nutzen, um Nutzer*innen subtil zu beeinflussen. Anhand konkreter Beispiele zeigen wir, wie aus Datensammlung ein Kreislauf entsteht, der Entscheidungen und Vorlieben unmerklich formt – mit weitreichenden Folgen für Autonomie, Konsum und gesellschaftliche Teilhabe.

Hauke Tongers ist Lehrer sowie medienpädagogischer Berater im NLQ. Er begleitet Lehrkräfte und Schulen insbesondere bei der Entwicklung und Umsetzung digitaler Lern- und Kooperationsplattformen. Seine Arbeitsschwerpunkte sind u.a. Datenschutz, Medienethik, mobiles Lernen, Nutzungs- und
Urheberrecht.

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Teil 3: KI als Gatekeeper
am 15.04.2026, 16:00 – 18:00
mit Hauke Tongers, Lehrer und Medienpädagogischer Berater, NLQ Medienberatung
und
Mike Grauer, Servicestelle E-Learning, NLQ

Ob Newsfeed, TikTok, Google oder Spotify: Künstliche Intelligenz entscheidet längst mit, welche Informationen, Meinungen und Inhalte uns erreichen – und welche nicht. Doch was bedeutet das für Meinungsbildung, Demokratie und unsere gesellschaftliche Debattenkultur?

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Teil 4: KI und Nachhaltigkeit
am 10.06.2026, 16:30 – 18:00,
mit Axel Dürkop, TU Hamburg

Kann KI unser Leben nachhaltiger machen oder zerstört die Technik Ressourcen und gesellschaftl. Zusammenhalt? In Rückbezug auf die BNE-Ziele wollen wir uns anschauen und überlegen, wie eine Einbindung des Lernens mit und über KI in den Unterricht erfolgen kann. 

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Übersicht über die Veranstaltungen im Flyer 

🎙️ „Wie KI das Sprachenlernen verändert“ – neue Podcast-Folge

In der neuen Podcast-Folge SMM 085 mit dem Titel „Wie KI das Sprachenlernen verändert“ von Schule Macht Medien haben die Podcaster Hans-Jakob Erchinger und Ben Quinkenstein Gianni Triantis zu Gast, der nicht nur über Sprache und Kultur spricht, sondern auch ganz praktisch mit digitalen Medien und Unterrichtsinnovationen unterwegs ist. Triantis ist Studienrat mit den Fächern Englisch, Informatik und Spanisch an einer berufsbildenden Schule in der Region Hannover und auch Mitwirker an der Leibniz Universität Hannover im Bereich KI mit mehrsprachigen Schülerinnen und Schülern. Sein Weg zeigt, wie sich die klassische Lehrkräfteausbildung, sprachwissenschaftliche Forschung und digitale Bildung zu einem spannenden Ganzen verbinden lassen. Im Podcast geht es darum, wie dieser Weg entstanden ist, welche Herausforderungen und Chancen er sieht und was er mit Blick auf die Zukunft von Schule und Unterricht prognostiziert.

Podcast-Folge anhören über: Apple oder Spotify 

Informationen über Gianni Triantis

🎙️ Podcaster beim Forum Medienethik

Für die beiden neuesten Folgen des Podcasts Schule Macht Medien (SMM) waren Podcaster Hans-Jakob Erchinger und Ben Quinkenstein beim Forum Medienethik 2025 dabei. Dort nahmen sie die Vorträge von gleich zwei renommierten Professorinnen auf: 

In der Podcastfolge SMM 083 geht Frau Prof. Dr. Jessica Heesen von der Universität Tübingen darauf ein, wie wir heute trotz rasanter technischer Entwicklungen im Bereich künstlicher Intelligenz, Prozesse im Bildungsbereich nachhaltig gestalten können. Frau Heesen betont dabei die Dringlichkeit von Medienethik, denn Verantwortung für Wahrheit, Datenschutz und Fairness muss dringend gestaltet werden. 

In der Folge SMM 084 geht es Frau Prof. Dr. Sibylle Krämer von der Leuphana Universität Lüneburg in ihrem Vortrag um die „Kulturtechnik der Verflachung“ als grundlegendes Element der digitalen Welt, das unsere Wahrnehmung und Interaktion mit Informationen prägt. Sie erörtert, wie diese Techniken Wissenschaft, Kunst und Technologie beeinflussen und welche Herausforderungen sie für die Bildung im Kontext der Künstlichen Intelligenz mit sich bringen. Ziel ist es, ein neues Verständnis dieser Kulturtechniken zu fördern und deren Bedeutung für die Zukunft der Bildung zu reflektieren.

Frau Prof. Dr. Jessica Heesen // Quelle: H.-J. Erchinger / NLQ
Frau Prof. Dr. Sibylle Krämer; Quelle: H.-J. Erchinger / NLQ