KI und Verhaltensmodifikation – IMPULSREIHE MEDIENETHIK

Zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz in schulischen Bildungsprozessen müssen Schülerinnen und Schüler befähigt werden, „die neusten digitalen Entwicklungen kritisch-reflektiert anwenden zu können [und] die Güte der Ergebnisse von KI und deren Wirkung auch aus ethischer Perspektive einschätzen zu können.“ (Vgl. KMK 2024).

Akteure aus dem Bildungsbereich benötigen in dem schnelllebigen Entwicklungsbereich sowohl Impulse und Austauschformate zu aktuellen Themenschwerpunkten als auch Angebote, um dahinterstehendes Konzeptwissen zu erlangen und die Bildung der kritischen Reflexionsfähigkeit bei Schülerinnen und Schülern zu unterstützen. Deshalb werden ergänzend zum Forum Medienethik Online-Veranstaltungen für eine breite Zielgruppe angeboten. Die Inhalte der Impulsreihe Medienethik werden in einem zweiten Schritt veröffentlicht, so dass sie modular erweitert und in Fortbildungen produktiv genutzt werden können.

Die Impulsreihe Medienethik steht im Anschluss an die jeweilige Veranstaltung als Selbstlernkus (Moodle) zur Verfügung. Sie wird im Open E-Learning-Center Niedersachsen (OpenELEC), der offenen Plattform des NLQ für Selbstlernkurse, die keine personelle Begleitung und auch kein persönliches Login der Teilnehmenden erfordern, angeboten.

Veranstaltet wird die Fortbildungsreihe von der Medienethik im Fachbereich Medienbildung des Niedersächsischen Landesinstituts für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ).

Teil 1 von 4

Digitalität: Entfremdung oder Bereicherung? Mit Schülerinnen und Schülern in Dialog kommen
am 02.12.2026, 16:00 – 18:00,
mit Maik Riecken und Ekkehard Brüggemann, Lehrer und medienpädagogische Berater am NLQ 

Erleben Sie in dieser Veranstaltung, wie Sie gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern im Unterricht wieder ins Gespräch über Themen wie „Selbstdarstellung im Netz”, „Social-Media-Konsum” oder „KI-Nutzung” kommen können.

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Die weiteren Veranstaltungen im Überblick:

Teil 2: Wenn es nicht auf Insta war, ist es nicht passiert! Wie Kinder und Jugendliche Resonaz im Algorithmus-Zeitalter erleben
20.01.2027, 16:00 – 18:00
mit Stefanie Wendeburg und Hauke Tongers, Lehrkräfte und medienpädagogisch Beratende am NLQ.

Wenn der Post zur Bedingung der Realität wird, überzieht eine abstrakte „Realitätsschicht“ unsere Lebenswelt: Bilder, Likes und Kommentare prägen Wahrnehmung, reduzieren Komplexität und erzeugen Darstellungsdruck. Digitale Validierung macht Erfahrungen messbar, vergleichbar und scheinbar widerstandslos. Dadurch drohen echte Präsenz, sinnliche Wahrnehmung und Resonanz verloren zu gehen. Für die Schule bedeutet das, digitale Darstellungen kritisch zu hinterfragen, ihre Wirkung auf Umweltbeziehungen sichtbar zu machen und Räume für unmittelbare, sinnliche Erfahrungen zu schaffen. Ziel ist eine reflektierte Mediennutzung, die echte Resonanz ermöglicht.

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Teil 3: Echo und Resonanz. Beziehungsgestaltung im Klassenraum in Zeiten von KI
am 17.03.2027, 16:00 – 18:00
mit Hauke Tongers, Lehrer und medienpädagogischer Berater am NLQ 
und
Lars-Martin Franke ist Lehrer.

Influencerinnen und Influencer schaffen ein Gefühl von Nähe, ohne verbindlich zu sein. Generative KI führt dieses Muster technisch weiter: Chatbots sprechen persönlich, loben, entschuldigen sich und sind jederzeit verfügbar. Die Veranstaltung fragt nach den Funktionen unterschiedlicher Beziehungsformen und denkt über mögliche Konsequenzen nach.

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Teil 4: Wozu noch lernen? KI und das Selbstverstädnis von Bildung
am 16.06.2027, 16:00 – 18:00,
mit Arne Pelka und Maik Riecken, Lehrer und medienpädagogische Berater am NLQ 

Dieser Impuls gibt ausgehend von der Metapher des Sports Anregungen, die genannten Fragen für sich selbst, in der Lerngruppe (dies ist der Schwerpunkt), sowie perspektivisch der Schulgemeinschaft zu diskutieren und Lösungsansätze zu finden.

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Übersicht über die Veranstaltungen im Flyer 

KI-Grundlagen unterrichten

Für die Nutzung von AIS.chat und weiteren KI-Anwendungen oder Sprachmodellen durch und mit Schülerinnen und Schülern wurde nach den Anforderungen der KI-Verordnung eine Schulung für Lernende entworfen, die in der Niedersächsischen Bildungscloud (NBC) aufrufbar ist.

Alle niedersächsischen Lehrkräfte können den Raum in das eigenen Benutzerkonto importieren. Damit steht ihnen eine vollständige Kopie der Inhalte zur Verfügung, die auch weiter bearbeitet werden kann. Die Lehrkräfte sollten die konkreten Inhalte auswählen und einzelne oder alle Bereiche veröffentlichen. Für den flexiblen Einsatz mit unterschiedlichen Voraussetzungen sind die Inhalte offen angelegt: eine dedizierte App als 9digitale „Mappe“, Dateien oder andere Formen der Rückmeldung sind möglich. Aus H5P-Inhalten können Zusammenfassungen exportiert und abgegeben werden, z.B. der Bereich „Kursabschluss“.

Parallel entstand durch das Niedersächsische Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung im Fachbereich Medienbildung in Zusammenarbeit mit der AG digitale Lehr-/Lernszenarien ein Begleitkurs im Open E-Learning-Center Niedersachsen (OpenELEC). 

Forum Medienethik 2026 – Rückblick und Ausblick

Das diesjährige Forum Medienethik fand unter dem Titel „Dystopische Ängste, utopische Träume und eutopische Realitäten“ am 9. und 10. September in Soltau statt. Inhaltlicher Auftakt war die Keynote „Was Bildung sichtbar macht … jenseits von Lehrplan, Leistung und Beziehung“ von Roger Spindler. In seinem nicht nur visuell beeindruckenden Vortrag setzte er gesellschaftliche Veränderungen in Bezug zur Frage, wie Schule jungen Menschen Orientierung geben, ihr Urteilsvermögen schärfen und den Zusammenhalt fördern kann. Seine Kernthese lautet, dass gerade in Zeiten künstlicher Intelligenz das Menschliche über die Zukunft entscheidet.

Nach diesem starken Impuls, der im 🎙️Podcast Schule Macht Medien nachzuhören ist, standen zunächst vertiefter Austausch und Diskussion auf dem Plan:

An den Tischen des World-Cafés wurde unter anderem diskutiert, wie Lernende durch Mitentscheidung, Debatten, Lebensweltbezug und handlungsorientierte Formate wie Planspiele oder Schülerfirmen zu echten Mitgestaltenden werden – viele Ideen kreisten um Freiräume für Neugier und Selbstwirksamkeit. Auch die Rolle von Beziehung, Freude und Humor beim Lernen kam zur Sprache, ebenso die Frage, wie Schulentwicklung und Fortbildung Lehrkräfte dabei begleiten können, digitale Werkzeuge und KI sinnvoll zu nutzen. Der sokratische Spaziergang, bei dem die Teilnehmenden in Vierergruppen unterwegs waren und im Gehen miteinander nachdachten, bot Gelegenheit, diese und viele andere Überlegungen zu vertiefen und zu erweitern. Die anschließenden Workshops zeigten konkrete Handlungsmöglichkeiten in der Schule auf. Im Mittelpunkt standen dabei etwa der Social-Media-Pass Niedersachsen, der Umgang mit Deepfakes, die Frage, ob KI das eigene Lernen untergräbt, und ein „eutopischer Realitätscheck“ der KI-Transformation an Schulen.

Den zweiten Tag eröffnete Wolfgang Endres, der mit seinem Vortrag „Soziale Energie – auch mit KI?“ und der interaktiven Einbindung des Publikums sehr anschaulich machte, wie Resonanz wirken kann. Dabei stellte er auch Bezüge zu den Themen Rainer Mühlhoffs her, der seinen geplanten Vortrag leider absagen musste. Auch der Vortrag von Wolfgang Endres ist im 🎙️Podcast Schule Macht Medien dokumentiert. Und vielleicht ist Rainer Mühlhoff, der bereits 2024 beim Forum zu Gast war, bei einem der nächsten Foren wieder dabei.

In sechs thematisch unterschiedlichen Zukunftswerkstätten ging es abschließend darum, konkrete Ergebnisse mitzunehmen. Die Themen reichten von analogen Schutzräumen über Resonanzübungen und das Churer Modell bis zu Coaching-Strukturen und einem „Social Media Pass für alle“. Was die Arbeitsphase trug, war die Vorgabe, am Ende einen ersten Schritt zu benennen, der ohne Beschluss und ohne Budget möglich ist: Kolleginnen und Kollegen ansprechen, Zeiträume schaffen, Handlungsräume öffnen.

Sowohl die Evaluation als auch die Stimmen im gemeinsamen Abschluss zeigten, dass von beiden Tagen vielfältige Eindrücke und Anregungen hängengeblieben sind. Und so bleibt nicht zuletzt die Vorfreude auf das nächste Forum Medienethik, das dann schon sein zehnjähriges Jubiläum feiern wird: Am 15. und 16. September 2027 geht es unter dem Titel „Debattenkultur und Zugehörigkeit: Medienethik in der demokratischen Gesellschaft“ insbesondere um das Zusammenspiel von Medien, Bildung und ethischer Reflexion. Save the date!

Comenius EduMedia Siegel 2026 für Digital You

Wir freuen uns sehr, dass die Gesellschaft für Pädagogik, Information und Medien (GPI) „Digital You“ mit dem Comenius EduMedia Siegel 2026 ausgezeichnet hat. Autoren der Lernbausteine sind unsere Medienpädagogischen Berater Christian Reiff und Jan Säfken.

Die Lernbausteine „Digital You“ sollen Schülerinnen und Schülern dabei helfen, ein besseres Verständnis für ihre Datenspuren zu entwickeln und deren Bedeutung für ihre Lebenswelt zu verstehen.

Der Ideengeber für diese Lernbausteine ist das interaktive Filmexperiment „Made To Measure“. In diesem geht es um die Frage, ob es möglich ist, allein anhand persönlicher Onlinedaten das Leben eines Menschen zu rekonstruieren, ohne diesem Menschen je begegnet zu sein. Die Künstlergruppe Laokoon erschafft allein auf Grundlage von Suchanfragen die digitale Doppelgängerin einer ihr unbekannten Person. Zusammen mit einer Schauspielerin und Datenanalysten erweckt Laokoon die in den Daten verborgenen Geschichten zum Leben.

Die Materialien lassen sich im oberen Sekundarbereich I und im Sekundarbereich II einsetzen und eignen sich besonders gut für die Fächer Werte und Normen, Informatik, Politik/Wirtschaft/Gesellschaft sowie für den WP-Bereich und den Projekt-Unterricht. 

Weitere Informationen auf dem Bildungsportal Niedersachsen.