Forum Medienethik 2026 – Rückblick und Ausblick

Das diesjährige Forum Medienethik fand unter dem Titel „Dystopische Ängste, utopische Träume und eutopische Realitäten“ am 9. und 10. September in Soltau statt. Inhaltlicher Auftakt war die Keynote „Was Bildung sichtbar macht … jenseits von Lehrplan, Leistung und Beziehung“ von Roger Spindler. In seinem nicht nur visuell beeindruckenden Vortrag setzte er gesellschaftliche Veränderungen in Bezug zur Frage, wie Schule jungen Menschen Orientierung geben, ihr Urteilsvermögen schärfen und den Zusammenhalt fördern kann. Seine Kernthese lautet, dass gerade in Zeiten künstlicher Intelligenz das Menschliche über die Zukunft entscheidet.

Nach diesem starken Impuls, der im 🎙️Podcast Schule Macht Medien nachzuhören ist, standen zunächst vertiefter Austausch und Diskussion auf dem Plan:

An den Tischen des World-Cafés wurde unter anderem diskutiert, wie Lernende durch Mitentscheidung, Debatten, Lebensweltbezug und handlungsorientierte Formate wie Planspiele oder Schülerfirmen zu echten Mitgestaltenden werden – viele Ideen kreisten um Freiräume für Neugier und Selbstwirksamkeit. Auch die Rolle von Beziehung, Freude und Humor beim Lernen kam zur Sprache, ebenso die Frage, wie Schulentwicklung und Fortbildung Lehrkräfte dabei begleiten können, digitale Werkzeuge und KI sinnvoll zu nutzen. Der sokratische Spaziergang, bei dem die Teilnehmenden in Vierergruppen unterwegs waren und im Gehen miteinander nachdachten, bot Gelegenheit, diese und viele andere Überlegungen zu vertiefen und zu erweitern. Die anschließenden Workshops zeigten konkrete Handlungsmöglichkeiten in der Schule auf. Im Mittelpunkt standen dabei etwa der Social-Media-Pass Niedersachsen, der Umgang mit Deepfakes, die Frage, ob KI das eigene Lernen untergräbt, und ein „eutopischer Realitätscheck“ der KI-Transformation an Schulen.

Den zweiten Tag eröffnete Wolfgang Endres, der mit seinem Vortrag „Soziale Energie – auch mit KI?“ und der interaktiven Einbindung des Publikums sehr anschaulich machte, wie Resonanz wirken kann. Dabei stellte er auch Bezüge zu den Themen Rainer Mühlhoffs her, der seinen geplanten Vortrag leider absagen musste. Auch der Vortrag von Wolfgang Endres ist im 🎙️Podcast Schule Macht Medien dokumentiert. Und vielleicht ist Rainer Mühlhoff, der bereits 2024 beim Forum zu Gast war, bei einem der nächsten Foren wieder dabei.

In sechs thematisch unterschiedlichen Zukunftswerkstätten ging es abschließend darum, konkrete Ergebnisse mitzunehmen. Die Themen reichten von analogen Schutzräumen über Resonanzübungen und das Churer Modell bis zu Coaching-Strukturen und einem „Social Media Pass für alle“. Was die Arbeitsphase trug, war die Vorgabe, am Ende einen ersten Schritt zu benennen, der ohne Beschluss und ohne Budget möglich ist: Kolleginnen und Kollegen ansprechen, Zeiträume schaffen, Handlungsräume öffnen.

Sowohl die Evaluation als auch die Stimmen im gemeinsamen Abschluss zeigten, dass von beiden Tagen vielfältige Eindrücke und Anregungen hängengeblieben sind. Und so bleibt nicht zuletzt die Vorfreude auf das nächste Forum Medienethik, das dann schon sein zehnjähriges Jubiläum feiern wird: Am 15. und 16. September 2027 geht es unter dem Titel „Debattenkultur und Zugehörigkeit: Medienethik in der demokratischen Gesellschaft“ insbesondere um das Zusammenspiel von Medien, Bildung und ethischer Reflexion. Save the date!

Forum Medienethik 2026

Das Forum Medienethik 2026 steht vor der Tür und verspricht, ein spannendes Event für alle Interessierten im Bereich Medien und Ethik zu werden! Die Veranstaltung am 09./10. September 2026 in Soltau bietet eine Plattform, um über aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen in der Medienlandschaft zu diskutieren. In Zeiten von Fake News und digitaler Desinformation ist die Auseinandersetzung mit ethischen Fragen wichtiger denn je.

Das Forum bringt Fachleute, Wissenschaftler und Praktiker zusammen, um gemeinsam Lösungen zu finden und Best Practices auszutauschen. Die Teilnehmenden können sich auf inspirierende Vorträge und aktive Workshop-Phasen freuen. Wie schon in den Jahren zuvor, soll erneut nicht nur theoretisches Wissen vermittelt, sondern auch der praktische Umgang mit ethischen Fragestellungen in den Medien beleuchtet werden. Die Veranstaltung bietet überdies Raum für Networking und den Austausch von Ideen.

Anmeldungen sind bis zum 30. August 2026 möglich.

Weitere Informationen etwa zum Programm sind auf der Website des Forums Medienethik 2026 nachzulesen.

🎙️ Podcaster beim Forum Medienethik

Für die beiden neuesten Folgen des Podcasts Schule Macht Medien (SMM) waren Podcaster Hans-Jakob Erchinger und Ben Quinkenstein beim Forum Medienethik 2025 dabei. Dort nahmen sie die Vorträge von gleich zwei renommierten Professorinnen auf: 

In der Podcastfolge SMM 083 geht Frau Prof. Dr. Jessica Heesen von der Universität Tübingen darauf ein, wie wir heute trotz rasanter technischer Entwicklungen im Bereich künstlicher Intelligenz, Prozesse im Bildungsbereich nachhaltig gestalten können. Frau Heesen betont dabei die Dringlichkeit von Medienethik, denn Verantwortung für Wahrheit, Datenschutz und Fairness muss dringend gestaltet werden. 

In der Folge SMM 084 geht es Frau Prof. Dr. Sibylle Krämer von der Leuphana Universität Lüneburg in ihrem Vortrag um die „Kulturtechnik der Verflachung“ als grundlegendes Element der digitalen Welt, das unsere Wahrnehmung und Interaktion mit Informationen prägt. Sie erörtert, wie diese Techniken Wissenschaft, Kunst und Technologie beeinflussen und welche Herausforderungen sie für die Bildung im Kontext der Künstlichen Intelligenz mit sich bringen. Ziel ist es, ein neues Verständnis dieser Kulturtechniken zu fördern und deren Bedeutung für die Zukunft der Bildung zu reflektieren.

Frau Prof. Dr. Jessica Heesen // Quelle: H.-J. Erchinger / NLQ
Frau Prof. Dr. Sibylle Krämer; Quelle: H.-J. Erchinger / NLQ

Forum Medienethik 2025

Das Forum Medienethik 2025 steht vor der Tür und verspricht, ein spannendes Event für alle Interessierten im Bereich Medien und Ethik zu werden! Die Veranstaltung am 17./18. September 2025 in Soltau bietet eine Plattform, um über aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen in der Medienlandschaft zu diskutieren. In Zeiten von Fake News und digitaler Desinformation ist die Auseinandersetzung mit ethischen Fragen wichtiger denn je.

Das Forum bringt Fachleute, Wissenschaftler und Praktiker zusammen, um gemeinsam Lösungen zu finden und Best Practices auszutauschen. Die Teilnehmenden können sich auf inspirierende Vorträge und aktive Workshop-Phasen freuen. Wie schon in den Jahren zuvor, soll erneut nicht nur theoretisches Wissen vermittelt, sondern auch der praktische Umgang mit ethischen Fragestellungen in den Medien beleuchtet werden. Die Veranstaltung bietet überdies Raum für Networking und den Austausch von Ideen.

Anmeldungen sind bis zum 20. August 2025 möglich.

Weitere Informationen etwa zum Programm sind auf der Website des Forums Medienethik 2025 nachzulesen.