Social Media entschlüsseln 2026/2027: Vierteilige Online-Vortragsreihe

Die vierteilige Fortbildungsreihe „Social Media entschlüsseln. Denkanstöße für die Schule“ setzt sich mit der Bedeutung von Social Media im Leben von Jugendlichen auseinander – aus psychologischer, gesellschaftlicher und pädagogischer Perspektive – nicht zuletzt aus der Sicht der Jugendlichen selbst. Die Veranstaltungen bieten wissenschaftliche Einblicke, praktische Handlungsansätze und Raum für kritische Reflexion.
Veranstaltet wird die Fortbildungsreihe von der Medienethik & Mediensozialisation im Fachbereich Medienbildung des Niedersächsischen Landesinstituts für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ).

Teil 1 
Digitale Medien und Gehirne: iBrain oder noBrain?
am 29.10.2026, 16:00 – 17.30 Uhr,
mit Prof. Dr. Martin Korte, Technische Universität Braunschweig

Wir helfen unserem Gedächtnis mit vielen unterschiedlichen Mitteln auf die Sprünge. Denn jede Person lernt anders, merkt und erinnert sich anders bzw. speichert die Informationen in ihrem Gedächtnis anders ab. Wie wird aus Information Wissen und aus Wissen Bildung? Was kann die Hirnforschung dazu sagen? Unter welchen Bedingungen lernen wir besonders effektiv? Warum gelingt der Wissensabruf häufig so schlecht? Die digitale Entwicklung ist mit vielfältigen, positiven Aspekten verbunden, aber auch mit Herausforderungen für die mentale Gesundheit.
Auch in der Schule sind digitale Medien nicht mehr wegzudenken, aber was für Effekte haben sie im sich entwickelnden Gehirn? Wieviel Mediennutzung ist im Alltag noch gesund? 

Prof. Dr. Martin Korte ist renommierter Hirnforscher für Neurobiologe an der Technischen Universität Braunschweig. Er widmet sich der Erforschung der Grundlagen von Lernen, Gedächtnis und Vergessen. Als einer der meistzitierten deutschen Neurowissenschaftler und Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) ist er international anerkannt. Seine Präsenz reicht über das wissenschaftliche Publikum hinaus.

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Teil 2 
Netzkultur, Zugehörigkeit und Identitätsentwicklung: Über die politische Sozialisation Jugendlicher in sozialen Medien.
am 10.12.2026, 16:00 – 17:30 Uhr,
mit M.A. Hoang Duc Vu, Technische Universität Braunschweig

Manchmal reichen wenige Worte, um zu merken, wie schnell sich Sprache und Codes im Netz verändern: „Ab zum Schanzenfest mit der ganzen Truppe“ ist ein Satz, den man als Unwahrscheinlich nicht mehr sagen sollte, wenn man nicht möchte, dass Jugendliche innerlich vor Fremdscham zusammenzucken. Die Auseinandersetzung und Kontextualisierung von Netzkultur ist eine Aufgabe, der sich Erwachsene in pädagogischen Berufsfeldern dringend stellen müssen.
Der Vortrag gibt Einblicke in jugendliche Netzkultur und beleuchtet, wie Sprache, Memes, Trends und digitale Gemeinschaften entstehen. Dabei werden sowohl mögliche Risiken und Konfliktfelder als auch Chancen betrachtet.

Hoang Duc Vu ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Erziehungswissenschaft der Technischen Universität Braunschweig. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der Mediensozialisation, dem Einfluss sozialer Ungleichheit auf die Auswahl und Nutzung von Medien sowie dem Umgang mit neuen digitalen Medienphänomenen in der Medienpädagogik.

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Teil 3
Psychosoziale Auswirkungen sozialer Medien: Wohlbefinden, soziale Eingebundenheit, Identitätsentwicklung und Körperbild.
am 04.02.2027, 16:00 – 17:30 Uhr,
mit Dr. Claudia Lampert, Leibniz Institut für Medienforschung

Soziale Medien sind fester Bestandteil im Medienalltag von Heranwachsenden. Sie bieten vielfältige Möglichkeiten zur Kommunikation, sozialen Vernetzung und Identitätsentwicklung, können jedoch auch mit Risiken für das psychische Wohlbefinden einhergehen. Der Vortrag gibt einen Überblick über aktuelle Erkenntnisse zu den psychosozialen Auswirkungen sozialer Medien. Im Fokus stehen Zusammenhänge zwischen der Nutzung sozialer Medien und dem subjektiven Wohlbefinden von Jugendlichen, der sozialen Eingebundenheit, der Identitätsentwicklung sowie dem Körperbild. Dabei werden sowohl potenzielle Risiken, als auch positive Effekte betrachtet.

Dr. Claudia Lampert ist Senior Researcher am Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI) in Hamburg. Im Rahmen verschiedener Forschungsprojekte (z. B. Connected Kids – Sozialisation in einer sich wandelnden Medienumgebung, Sicherheit für Kinder in der digitalen Welt) untersucht sie, welche Onlineerfahrungen Kinder und Jugendliche machen und wie sie den Herausforderungen der Digitalisierung begegnen.

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Teil 4
Mehr als Risiko: Soziale Medien als Räume für Teilhabe, Identität und Beziehung.
am 15.04.2027, 16:00 – 17:30 Uhr,
mit M.A. Marina Schubert, Hochschule Düsseldorf

Soziale Medien werden im pädagogischen Kontext vor allem unter dem Blickwinkel möglicher Risiken betrachtet. Der Vortrag nimmt deshalb die Potenziale sozialer Medien für Teilhabe, Identitätsentwicklung und Beziehungsgestaltung in den Blick. Aus wissenschaftlicher und praxisnaher Perspektive wird aufgezeigt, welche Bedeutung digitale Räume für Kinder und Jugendliche haben und welche positiven Erfahrungen und Möglichkeiten damit verbunden sind. Zudem wird diskutiert, welche Impulse sich daraus für pädagogisches Handeln ergeben und wie Fachkräfte die digitalen Lebenswelten
junger Menschen konstruktiv begleiten können.

Marina Schubert (M.A.) ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungs- und Transferschwerpunkt Kinderschutz und Kinderrechte in NRW an der Hochschule Düsseldorf. In ihrer wissenschaftlichen und pädagogischen Arbeit beschäftigt sie sich insbesondere mit den Themen digitale Teilhabe, Medienbildung sowie den Chancen und Herausforderungen sozialer Medien für Kinder und Jugendliche. In verschiedenen Forschungs- und Praxisprojekten, darunter „Co-Constructing KI – CoCoKI: Entwicklungslabor für einen geschützten Kommunikationsraum für Kinder“ und die „Explorative Untersuchung Kinderperspektiven auf Teilhabe. Kinder sprechen über Teilhabe im Internet“, setzt sie sich mit den Perspektiven und Erfahrungen junger Menschen in digitalen Lebenswelten auseinander. Ihre Expertise setzt sich zudem aus ihrer Erfahrung als Referentin für Medienpädagogik und als Leiterin des Gütesiegelausschusses für qualitätsvolle Kinderonlineangebote von Seitenstark e. V. sowie durch Erfahrungen in der Jugendhilfe im Strafverfahren und in der politischen Kinder- und Jugendbeteiligung zusammen.

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Übersicht der Veranstaltungen im Flyer 

mobile.schule TAGUNG 2026

Die mobile.schule TAGUNG 2026 am 21./22. September bietet mit über 150 Workshops, Keynotes und Diskussionsforen ein umfangreiches Fortbildungsangebot zu aktuellen Themen der Unterrichts- und Schulentwicklung. Schwerpunkte bilden unter anderem Künstliche Intelligenz im Bildungsbereich, digitales und mobiles Lernen, Medienbildung, Inklusion sowie der kompetente Umgang mit Desinformation und Fake News.

Die beiden Veranstaltungstage finden wieder im HCC Hannover statt und setzen unterschiedliche Schwerpunkte:
Am Montag, 21. September 2026, von 8 bis 15:45 Uhr, verbinden sich Fortbildungsprogramm mit einer großen Ausstellung, mit zahl­rei­chen Part­ner­stän­den ein Ma­kers Be­reich, Lounge­-Be­rei­che, die zum Aus­tausch ein­la­den so­wie ein ab­wechs­lungs­rei­ches Vor­trags- und Fort­bil­dungspro­gramm. An die­sem Tag fin­det zu­dem das 7. Netz­werk­tref­fen für Schul­trä­ger aus ganz Deutsch­land statt.

Am Dienstag, 22. September 2026, von 9:30 bis 14:45 Uhr, stehen ex­klu­si­ve Work­shops, Ver­tie­fungs­for­ma­te und in­ten­si­ve Net­wor­king-Mög­lich­kei­ten im Mit­tel­punkt. An die­sem Tag geht es um Aus­tausch, Pra­xis und ge­mein­sa­mes Wei­ter­den­ken.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der 1:1-Tablet-Ausstattung an niedersächsischen Schulen. Schulleitungen und Lehrkräfte erhalten hierzu ein umfassendes Beratungs- und Informationsangebot – von organisatorischen und technischen Fragen bis hin zu praxiserprobten Konzepten für den pädagogisch und didaktisch wirksamen und nachhaltigen Einsatz digitaler Endgeräte im Unterricht. Darüber hinaus informiert das NLQ in eigenen Veranstaltungsformaten über zentrale landesseitige Angebote wie AIS.chat, moin.schule und die Niedersächsische Bildungscloud (NBC) und zeigt konkrete Einsatzmöglichkeiten für Schule und Unterricht.

Die mobile.schule TAGUNG bietet sich für die Durchführung einer schulinternen Fortbildung bzw. eines pädagogischen Tages an. Die hierfür geltenden schulischen und organisatorischen Voraussetzungen sind von der jeweiligen Schule zu berücksichtigen. Die Veranstaltung kann von Kollegien auch genutzt werden, um sich gemeinsam mit aktuellen Entwicklungen auseinanderzusetzen, individuelle Fortbildungsschwerpunkte zu setzen und Impulse für die weitere Schul- und Unterrichtsentwicklung zu gewinnen. Für die Teilnahme wird eine personalisierte Fortbildungsbescheinigung ausgestellt.

Den NLQ-Stand finden Sie im HCC in der Eilenriedehalle in der Zone F.

Eine Anmeldung ist unter über die mobile.schule-Seite oder per E-Mail möglich.

ICILS-Studie in Deutschland unter neuer Leitung

Seit Frühjahr 2026 liegt die nationale Verantwortung für die internationale Vergleichsstudie ICILS (International Computer and Information Literacy Study) beim DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation in Kooperation mit der Ruhr-Universität Bochum. Zuvor koordinierte die Universität Paderborn die deutschen ICILS-Zyklen 2013, 2018 und 2023. Mit dem institutionellen Wechsel startet die Vorbereitung auf ICILS 2028; Ergebnisse werden 2029 erwartet.

ICILS wird von der IEA international koordiniert und erfasst im Fünfjahresrhythmus die digitalen Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern der 8. Jahrgangsstufe im Ländervergleich. Im Fokus stehen zwei Bereiche: erstens computer- und informationsbezogene Kompetenzen (z. B. Informationen recherchieren, kritisch bewerten, verantwortungsvoll nutzen), zweitens Kompetenzen des Computational Thinking (algorithmisches Denken, Problemlösen). Ergänzend erhebt die Studie umfangreiche Kontextdaten zu Schulausstattung, Unterrichtsnutzung digitaler Medien sowie Einstellungen von Lehrkräften und Lernenden.

Für Bildungspolitik, Schulen und Unterricht liefert ICILS eine belastbare empirische Grundlage: Sie macht Stärken, Schwächen und besonders soziale Disparitäten in digitalen Kompetenzen sichtbar, unterstützt Schul- und Unterrichtsentwicklung und informiert die Weiterentwicklung digitaler Strategien. Mit ICILS 2028 werden inhaltliche Weiterentwicklungen umgesetzt: Aufgaben zum Umgang mit künstlicher Intelligenz sowie die systematische Integration des Themas „digitales Wohlbefinden“. Testinstrumente und Befragungen werden dafür aktualisiert, um den dynamischen Anforderungen digitaler Bildung gerecht zu werden.

Übrigens zeigt die JIMplus-Studie 2026 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (mpfs), wie Jugendliche die Chancen und Belastungen digitaler Medien aktuell erleben und welche Auswirkungen dies auf ihr digitales Wohlbefinden hat. 

Auf zur Maker Faire!

Am 15./16. August 2026 findet die zwölfte Maker Faire in Hannover, wieder im Congress Centrum (HCC) statt.

Die Maker Faire Hannover hat sich im Laufe der Jahre zur drittgrößten Veranstaltung ihrer Art entwickelt und gehört damit zu einem der wichtigsten internationalen Maker-Treffen. Bei der Maker Faire findet eigentlich jeder etwas: Die Maker-Community trifft sich zum Austausch, junge Talente könnten auf Business-Profis treffen, Schule und Bildungseinrichtungen präsentieren Best-Practise-Beispiele zum Beispiel als Anregung für andere Schule und auch Familien mit Kindern erleben Technik zum Anfassen. Denn auch in diesem Jahr werden wieder viele Mitmach-Aktionen und Workshops angeboten, die vor allem technisch interessierten Nachwuchs begeistern.

Auf zur Maker Faire Hannover!