telli in Niedersachsen

Auch Niedersachsen setzt KI-basiert auf Bildung: Mit dem landesweiten Schul-Chatbot „telli“ wird seit Anfang Februar 2026 Künstliche Intelligenz in den Unterricht integriert. Die Initiative des Kultusministeriums zielt darauf ab, Lehrkräften Unterstützung im digitalen Unterricht zu bieten, Lernenden individuelle Hilfestellungen zu geben und den Zugang zu Informationen zu erleichtern. telli soll als interaktiver Begleiter fungieren, der Fragen zu Lerninhalten, Recherchehilfen und technischen Abläufen beantwortet. Dabei liegt der Fokus auf einfachem, barrierefreiem Zugang und praxisnaher Nutzung im Schulalltag – und das datenschutzkonform!

telli ist in Niedersachsen Teil der fortlaufenden digitalen Bildungsstrategie bzw. des Digitalpakts. Das Angebot richtet sich an Schulen und Lehrkräfte, um Kompetenzen im Umgang mit KI zu stärken, Lernprozesse zu strukturieren und die Unterrichtsplanung zu ergänzen. Begleitend werden Schulungen und Ressourcen angeboten, um Lehrkräfte in der Integration der KI-Lösung zu schulen und deren Einsatz zielführend zu gestalten.

In der Praxis soll telli den Unterricht nicht ersetzen, sondern gezielt entlasten: bei wiederkehrenden Fragestellungen, bei der Strukturierung von Lernpfaden oder beim Auffinden relevanter Materialien. Die Einführung unterstreicht Niedersachsen als innovativen Standort für digitale Bildung und setzt auf nutzerfreundliche, verantwortungsvoll eingesetzte KI, die Lernprozesse unterstützt und die schulische Medienbildung stärkt. 

telli ist Teil des länderübergreifenden Projekts AIS (Adaptives Intelligentes System), das im Auftrag der Länder durch das FWU (Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht) umgesetzt wird. Der Chatbot ist speziell für den schulischen Einsatz entwickelt und an verschiedene Sprachmodelle angebunden.

Weitere Informationen finden sich auch auf dem Bildungsportal Niedersachsen und
in der Pressemittelung des Niedersächsischen Kultusministeriums.

CrossMediaCamp 2026

Am 10./11. April 2026 findet zum zweiten Mal das CrossMediaCamp (CMC) in Wolfenbüttel statt. Unter dem Motto „Fächer verbinden – Medien verstehen – Zukunft gestalten“ bietet  die Mitmachveranstaltung zur Entwicklung fächerübergreifender Medienkompetenz erneut Gelegenheit, die Künste mit Naturwissenschaften und informatischer Bildung zu verbinden.

Das Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung finden sich auf der Seite des CMC 2026.

Niedersächsische Schulen gewinnen KI-Preise

Überragend! Die Ernst-Reuter-Schule Pattensen und die Friedensschule Osnabrück haben in der Kategorie KI-Teilkonzept den bundesweiten KI-Schulpreis gewonnen. Die Gewinnerschulen des KI-Schulpreises 2025 wurden am 16. Januar 2026 im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung auf dem Bildungscampus Heilbronn bekanntgegeben. 

Mit dem KI Schulpreis 2025 wurde der praxisorientierte Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Schulalltag ausgezeichnet. Dabei wurden Schulen prämiert, die mit Künstlicher Intelligenz mutig neue Konzepte ausprobieren, um Bildungsgerechtigkeit, Schulentwicklung und die Entlastung von Lehrkräften und Mitarbeitenden voranzutreiben. 

Eingegangen waren im vergangenen Jahr insgesamt 190 Bewerbungen. Die meisten davon aus Niedersachsen. Fünf Schulen aus Niedersachsen hatten es in die Shortlist geschafft. Kultusministerin Julia Willie Hamburg gratulierte den Gewinnerschulen mit einem Videogrußwort auf der Preisverleihung. Die Ministerin lobte beide Schulen, dass ihr „[…] Engagement […] wegweisend [sei]. Ob das Projekt demoKI gegen Fake News an der Friedensschule Osnabrück oder das neue Fach Cyberethik – beide Schulen zeigen eindrucksvoll, wie aus Freiräumen und Erfindungsgeist wegweisende Projekte entstehen können und wie KI genutzt werden kann, um Demokratiebildung zu stärken.“

Die Friedensschule Osnabrück gewann in der Kategorie KI-Teilkonzept den ersten Platz und wurde mit dem Projekt „demoKI“ ausgezeichnet, mit dem die Schule Künstliche Intelligenz und Demokratiebildung miteinander verbindet. Dabei entwickeln Schülerinnen und Schüler eigene Chatbots, setzen sich mit ethischen Fragestellungen auseinander und stellen ihre Ergebnisse als Open Educational Resources zur Verfügung.

Die Ernst-Reuter-Schule Pattensen erhielt in der Kategorie KI-Teilkonzept den dritten Platz für ihr Unterrichtsformat „Cyberethik“. Dabei werden technologische, gesellschaftliche und moralische Fragen rund um Künstliche Intelligenz zusammengeführt und es Schülerinnen und Schülern ermöglicht, Chancen und Risiken von KI zu bewerten und sie als Bildungs- und Reflexionsaufgabe zu begreifen. 

Eine Übersicht über alle Gewinnerschulen 2025 findet sich auf der KI-Schulpreis-Seite.

Schule Macht Medien beim JmS-Netzwerktreffen 2025

Unter dem Motto „Wissen teilen, Zielgruppen erreichen – Nachrichtenkompetenz in der Praxis“ fand am 17. Dezember 2025 das jährliche Netzwerktreffen von Journalismus macht Schule (JmS) in Berlin statt. JmS ist die bundesweite Initiative zur Stärkung von Nachrichten- und Informationskompetenz. Der Lehrer, NLQ-Mitarbeiter (zuständig insbesondere für die Weiterbildung n-report) und Podcaster von Schule Macht Medien (SMM), Hans-Jakob Erchinger, ist in Niedersachsen Ansprechpartner für JmS. Er war als NLQ-Referent zum Thema „Wie wir Wege in die Schulen finden“ eingeladen. Im Rahmen des Netzwerktreffens von JmS hat Erchinger die drei folgenden sehr hörenswerte Podcast-Folgen produziert.

In der ersten der drei Podcast-Folgen SMM 087 spricht der ZEIT-Journalist Martin Spiewak mit der Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Karin Prien. Sie betont, dass es beim Thema Nachrichtenkompetenz um die Existenz der liberalen Demokratie geht. Durch das Erstarken der sozialen Medien und dem Verlust der Filterfunktion der klassischen Medien muss sich die politische Bildung mit der Frage beschäftigen, wie sich junge Menschen informieren. So ist Nachrichtenkompetenz letztendlich die Vermittlung der Demokratie-Kompetenz.

In der Podcast-Folge SMM 088 spricht ZEIT-Journalist Spiewak mit Simone Oldenburg, der Bildungsministerin von Mecklenburg-Vorpommern, über die wachsenden Herausforderungen der Mediennutzung junger Menschen – und darüber, welche Verantwortung Schule, Politik und Gesellschaft bei der Stärkung von Nachrichten- und Informationskompetenz haben.

Mit der dritten Podcast-Folge SMM 089 schließlich wird die Keynote von Prof. Dr. Stephan Lewandowsky, Kognitionspsychologe an der University of Bristol und international führendem Forscher zu Desinformation, Vertrauen und politischer Meinungsbildung, veröffentlicht.

Quelle: Jasmin Marte (für JMS)
Quelle: Jasmin Marte (für JMS)
Quelle: Jasmin Marte (für JMS)
Quelle: Jasmin Marte (für JMS)
Quelle: NLQ, Erchinger / Hans-Jakob Erchinger mit Jörg Sadrozinski und Martin Spiewak
Quelle: NLQ, Erchinger / Plenum in der Landesvertretung von Mecklenburg-Vorpommern